Sozialcurriculum

Sozialcurriculum

Soziales Lernen findet direkt und indirekt in jedem Unterricht und in allen Aktivitäten statt. Wo viele Menschen zusammenarbeiten und gemeinsam Lebenszeit verbringen, vollziehen sich wichtige Erfahrungen. Jeder kann etwas zum Gelingen des gemeinschaftlichen Lebens beitragen und jeder wird durch die Gemeinschaft geschützt. Auf diese Weise kann sich die individulle Persönlichkeit entfalten und soziale Reife entwickeln. Dort, wo Schülerinnen und Schüler bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, können sie besondere Sinnerfahrungen sammeln und sich erproben. Dazu bieten beispielsweise SMV-Aktivitäten oder das Schülerpatenprogramm gute Möglichkeiten, ebenso die Streitschlichter oder Schulsanitäter. Vor diesem Hintergrund sind die Elemente des Sozialcurriculums als Kristallisationspunkte oder Wegmarken zu verstehen, nicht als abgegrenzter Lernbereich. Soziales Lernen findet tagtäglich und in allen Bereichen statt. Dies spiegelt sich im Leitbild der Schule.

In den Stufen 5 und 6 ermöglicht zu Beginn das Kurzlandheim ein gutes Kennenlernen und die Erfahrung der Klassengemeinschaft. In der Klassenlehrerstunde geht es unter anderem um Kommunikation und den Umgang mit Meinungsverschiedenheiten und Konflikten. Die Schülerinnen und Schüler lernen, im Klassenrat selbst Verantwortung zu übernehmen. Das Programm Mobbingfreie Schule leistet einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention.

Die Stufen 7 und 8 befassen sich intensiver mit dem Bereich der Suchtprävention. Ein Besuch der Thoraxklinik Heidelberg veranschaulicht die Probleme des Rauchens, ein Workshop Suchtprävention geht auf Drogen im weiteren Sinne ein. Im Programm Mobbingfreie Schule geht es um Internetsicherheit und Cybermobbing. Der Biologieunterricht thematisiert Ernährungsfragen. Die Schulsozialarbeiterin geht auf das Thema Essstörungen ein. Das Landheim in Klasse 7 mit erlebnispädagogischem Schwerpunkt unterstützt die Gemeinschaftserfahrung. In Austauschprogrammen (Klasse 8) kommen die Schülerinnen und Schüler in intensiven Kontakt mit ausländischen Jugendlichen und erweitern ihren Erfahrungshorizont.

In den Stufen 9 und 10 beginnen die Schülerinnen und Schüler, mehr Verantwortung für andere zu übernehmen. Viele Neuntklässler werden Schülerpaten für Fünftklässler. Andere engagieren sich bei den Schulsanitätern, Streitschlichtern oder in der SMV. Der Besuch einer KZ-Gedenkstätte und die Berlinfahrt stärken das politische und geschichtliche Bewusstsein. Im Kontext der Suchtprävention steht der Vortrag eines Repräsentanten der Anonymen Alkoholiker sowie ein Workshop über K.O.-Tropfen auf dem Programm. Das einwöchige Betriebspraktikum Bogy (Stufe 10) gibt Einblicke in die Berufswelt, vorbereitet durch ein Bewerbertraining, das in Kooperation mit der Sparkasse Heidelberg durchgeführt wird (siehe auch Curriculum Studien- und Berufsorientierung). Dabei wird auch deutlich, dass in Studium und Beruf soziale Kompetenzen eine wichtige Rolle spielen.

Die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe (11-12) gestalten das Schulleben maßgeblich mit. Dies geschieht beispielsweise in der SMV (Schülersprecheraufgabe, AK-Leitung), aber auch in den Musik- und Theatergruppen, ebenso bei den Schulsanitätern und Streitschlichtern. Die Älteren sind auch ohne viele Worte Vorbilder für Jüngere.

In Schülerfirmen (Juniorprogramm oder auch eigene Firmen) sammeln Jugendliche praktische Erfahrungen, übernehmen Verantwortung und arbeiten intensiv zusammen. Studienfahrten bieten Gemeinschaftserlebnisse und Kontakte mit anderen Kulturen.


(Foto rechts: Die Schülertheatergruppe als altersübergreifende, engagierte Gemeinschaft)

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